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„Die Vernunft macht Urlaub“

Die Galerie im Elysée zeigt Arbeiten von Maxim Brandt, Günther Hauschildt und Svenja Maaß. Die Vernunft macht Urlaub – jetzt ist die Phantasie gefragt! Die drei norddeutschen Künstler Maxim Brandt, Günther Hauschildt und Svenja Maaß verwandeln die Galerie im Elysée in eine Welt voller Illusion, Ideenreichtum und Widersprüche. Was zunächst als gegenständliche Realität erscheint, fordert im nächsten Schritt die Vorstellungskraft des Betrachters heraus. Zusammen zeigen die drei Künstler einen interessanten Auszug der zeitgenössischen surrealistischen Malerei.

Die Vernunft macht Urlaub – jetzt ist die Phantasie gefragt! Die drei norddeutschen Künstler Maxim Brandt, Günther Hauschildt und Svenja Maaß verwandeln die Galerie im Elysée in eine Welt voller Illusion, Ideenreichtum und Widersprüche. Was zunächst als gegenständliche Realität erscheint, fordert im nächsten Schritt die Vorstellungskraft des Betrachters heraus. Zusammen zeigen die drei Künstler einen interessanten Auszug der zeitgenössischen surrealistischen Malerei.

Galeristin Christa Block sagte anlässlich der Ausstellungseröffnung: „Wenn die Vernunft Urlaub macht, dann müssen wir einen anderen Blickwinkel auf das finden, was wir sehen. Das führt zu neuer Interpretation und einer Wirklichkeit, die von der abweicht, die wir erwartet haben und gewohnt sind. Die surrealistischen Werke der Künstler Maxim Brandt, Günther Hauschildt und Svenja Maaß veranlassen den Betrachter, neu zu denken. Ich freue mich sehr, diese vielschichtigen Arbeiten zu präsentieren und bin gespannt, wie die Besucher der Galerie im Elysée sie wahrnehmen.“

Maxim Brandt
Der aufstrebende Künstler Maxim Brandt (geb. 1986 in der Ukraine) studierte an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. Seine farbstarken Kompositionen bewegen sich zwischen Fiktion und Klarsicht. Er dekonstruiert Motive aus dem Alltag, entfernt sie aus ihrem logischen, gewohnten Kontext und setzt sie in neuen „Sinnverbindungen“ zusammen. So beispielsweise in seinem Bild „Die Notwendigkeit des Unnötigen“ (Öl auf Leinwand, 145x145 cm, 2013): Ein Hahn, größer als der ebenfalls abgebildete Hochstand im Wald, dominiert die Szenerie. Darüber hinaus scheint das Tier rechts aus dem Bild zu laufen und links wieder hinein. Maxim Brandt beschreibt die Intention seiner Arbeiten so: „Situationen, die ich darstelle, bleiben für die Interpretation des Betrachters offen. Das Ziel, dem ich in meiner Kunst folge, ist das Zusammenbrechen des konventionell-rationalen Denkens des Betrachters.“

Auch die Titel seiner Bilder geben eher selten einen Hinweis darauf, worum es ihm geht. So beginnt für den Betrachter eine Reise in die imaginäre Welt, die häufig dunkel wirkt und in der Maxim Brandt mit leuchtenden Farben bunte Kontraste setzt. Auf diese Weise erzeugt er einen gleichsam märchenhaft und fantastisch wirkenden Raum und eine räumliche Tiefe – beides zieht den Blick ins Bild hinein. Maxim Brandts Werke sind auch ein Appell an das Unterbewusste. „In meinen Bildern versuche ich, den inneren Wald mit den Themen der Natur oder des Naturwaldes zu verbinden, wo eine seltsame Poetik entsteht“, sagt der Künstler. Diese Verbindung von ursprünglicher Waldlandschaft und Hinterlassenschaften menschlichen Daseins findet man zum Beispiel im Bild „Nachmittag“ (Öl auf Leinwand, 150x120 cm, 2017).

Günther Hauschildt
In der mittleren Etage des Leuchtturms wird ein Tor aufgeschoben – wahrscheinlich vom Leuchtturmwärter persönlich. Dahinter offenbart sich eine Szenerie aus längst vergangener Zeit, eine Frau in wallendem Rock deckt einen Kaffeetisch. Auf gleicher Höhe stehen auf einer Art Brücke Menschen in moderner Kleidung, die Fotos machen. Noch mehr von ihnen bevölkern den Strand, schauen sich um. Offenbar besuchen sie diesen Leuchtturm, denn es ist „Tag des offenen Denkmals“ (Öl auf Leinwand, 100x30 cm, 2002). Der Hamburger Künstler Günther Hauschildt (geboren 1950) fügt in seinen Arbeiten altbekannte Motive in unerwartete Szenerien ein. Seine detailgetreue Wiedergabe zeichnet sich durch besondere Akribie aus. Und der Betrachter ist gefordert, ganz genau hinzusehen, um sich die detailreichen Werke zu erschließen. Denn diese wirken zunächst fast fotorealistisch, bevor sie ihre wahrhaftigen Bedeutungsebenen enthüllen. Der Künstler lässt durch die surreale Kombination von Szenen und Situationen, die so nie zusammentreffen können, in seinen Bildern einen humorvollen, satirischen Aspekt entstehen, der gleichermaßen zum Lächeln wie zum Nachdenken anregt.

Auch die Titel der Arbeiten leisten mit feinem Wortwitz ihren Beitrag dazu. So erinnert „Rotkäppchen und der Wolf“ (Öl auf Leinwand, 50x60 cm, 2008) den Betrachter an das bekannte Märchen. Zu sehen ist jedoch keine Abbildung aus der Märchenwelt. Vielmehr steht der Wolf begehrlich vor einem Werbeplakat für Rotkäppchen-Camembert – und der weiche Käse „tropft“ aus dem Motiv heraus. Während das zentrale Motiv zum Schmunzeln einlädt, strahlt die Umgebung Vergänglichkeit aus. Die Wand mit dem Plakat gehört augenscheinlich zu einer Industriehalle, links steht ein Müllcontainer, die Betonumrandung und die Treppen zeigen Spuren von Schimmel, das Glasdach ist vergilbt. Dieses Stilmittel ist typisch für die Bilder von Günther Hauschildt. Es verleiht der scheinbar fotorealistisch dargestellten Welt eine morbide Vergänglichkeit und entfaltet neben der feinsinnig-humorvollen Ebene eine ernstere, nachdenklichere.

Svenja Maaß
Svenja Maaß (geboren 1977 in Bielefeld), die freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig studiert hat, lebt und arbeitet in Hamburg. Sie fasziniert mit ihren Gemälden, deren surrealistische Motive mit technischer Perfektion ausgeführt sind. Ihnen gemeinsam ist, dass Figuren und Szenerien dem Betrachter zunächst vertraut erscheinen, dann aber eine Irritation erfolgt – denn die Künstlerin greift in die vermeintliche Wirklichkeit ein. Sie dekonstruiert und fragmentiert, fügt überraschende Elemente ein und schafft so etwas Neues, das der Erwartung logischer Zusammenhänge entgegentritt. Zum Beispiel zeigen Bilder wie „04#2019“ aus der Serie Polymonos, (Öl auf Polyester, 40x30 cm, 2019) oder das großformatige „lift“ (Öl auf Polyester, 190x170 cm) nur scheinbar tierische Protagonisten. Sie sind in ihrer figürlichen Form verfremdet und durch grafische sowie collagenhafte Elemente ergänzt. Auf diese Weise fordern sie die Aufmerksamkeit des Betrachters heraus, er muss sich neu auf das nur vermeintlich Bekannte einlassen. Die Titel der Bilder geben dabei keine Hilfestellung zum Verständnis. Vieles bleibt deshalb offen für die eigene Interpretation, gibt keinen Sinn und keine Richtung vor. Dabei sind die surrealen Kompositionen, die Svenja Maaß erschafft, auch von feinem Humor geprägt. Die Bilder von Svenja Maaß wirken insbesondere durch den oftmals verwendeten innovativen Malgrund, ein spezielles, sehr feines Polyester-Gewebe. Lange war sie auf der Suche nach einer Leinwand, deren feine Stofflichkeit ihre präzise Malerei unterstützt und auch unbearbeitet, ganz pur, für sich stehen kann. Das Bild „lift“ (Öl auf Polyester, 190x170 cm, 2019) ist tatsächlich das erste Kunstwerk dieser Reihe, welches durch diesen speziellen Untergrund eine besondere Strahlkraft besitzt.

Die Ausstellung „Die Vernunft macht Urlaub“ wird täglich bis 29. August 2019 in der Galerie im Elysée zu sehen sein. Grand Elysée Hotel Hamburg, Rothenbaumchaussee 10, 20148 Hamburg
 

Bildunterschriften

Gruppenfoto (v.li.):  Kunsthistorikerin Anne Simone Krüger, Günther Hauschildt, Christa Block, Maxim Brandt und Svenja Maaß in der Galerie im Elysée (Bildnachweis: Barbara Kloth)

Maxim Brandt: „Die Notwendigkeit des Unnötigen“, Öl auf Leinwand, 145x145 cm, 2013 (Bildnachweis: Maxim Brandt)

Svenja Maaß: „04#2019“ aus der Serie Polymonos, Öl auf Polyester, 40x30 cm, 2019 (Bildnachweis: Svenja Maaß)

Günther Hauschildt: „Tag des offenen Denkmals“, Öl auf Leinwand, 100x30 cm, 2002 (Bildnachweis: Günther Hauschildt) 

Pressekontakt:
Dr. Johanna Völker
Kuratorin Sammlung Block 
Tel. (040) 41412825
Johanna.Voelker@grand-elysee.com