Pressebereich Hotel Grand Elysee Hamburg

20.12.2013

HRS darf Hotels die Preise nicht mehr diktieren

Die Welt online, 20. Dezember 2013. Das Hotelbuchungs-Portal HRS muss seine Bestpreisklausel streichen: Zimmer dürfen jetzt auch bei anderen Portalen günstiger sein. HRS-Gegner Eugen Block spricht von einem Weihnachtsgeschenk. Von Birger Nicolai und Ernst August Ginten Das Bundeskartellamt hat die sogenannte Bestpreisklause Online-Hotelbuchungsportals HRS untersagt. Das Unternehmen muss die umstrittene Klausel bis zum 1. März 2014 aus den Verträgen und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen entfernen. Dies gilt für Hotels in Deutschland. "Letztlich verhindern die Klauseln, dass an anderer Stelle niedrigere Hotelpreise angeboten werden können", sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt. Die Bestpreisklauseln bei Buchungsportalen im Internet beeinträchtigten den Wettbewerb zwischen bestehenden Portalen. Zudem werde der Marktzutritt neuer Anbieter im Internet erheblich erschwert, weil sie wegen der Klausel Hotelzimmer nicht günstiger anbieten könnten. "Deshalb haben wir auch Verfahren wegen vergleichbarer Bestpreisklauseln in Hotelverträgen gegen die Hotelportale Booking und Expedia eingeleitet", sagte Mundt weiter. Diese beiden Anbieter haben in ihren Verträgen mit Hotels ähnliche Bestpreisklauseln festgeschrieben wie HRS. Besonders intensiv war der Hotelier Eugen Block, dem in Hamburg das Elysée Hotel gehört, gegen die Klauseln vorgegangen. "Das ist das lange erwartete Weihnachtsgeschenk. Buchungsportale können und werden in dieser heutigen Form nicht weiter bestehen bleiben", sagte Block der "Welt". Das Bundeskartellamt habe keine andere Wahl als diese Entscheidung gehabt, weil die Buchungsportale mit der Bestpreisgarantie eine Fehlentwicklung im Internet gewesen seien. "Die Hotellerie kann jetzt wieder ihr eigenes Marketing verstärken", sagte Block. Der Unternehmer betreibt zudem eine Restaurantkette.

Neue Freiheit bei Hotelpreisen

Das war geschehen: HRS hatte in Verträgen die Hotel betreiber verpflichtet, in jedem Fall auch über das Internetportal den jeweils niedrigsten Zimmerpreis anzubieten. Ebenfalls gehörte die Pflicht dazu, eine höchstmögliche Verfügbarkeit der Zimmer und die jeweils günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen über HRS möglich zu machen. Im März 2012 kam noch eine schärfere Regel hinzu: Seither darf das Hotel den Gästen selbst dann keine besseren Konditionen anbieten, wenn die Hotelbesucher direkt an der Rezeption ein Zimmer buchen. In einer ersten Reaktion hieß es bei HRS, der Internetanbieter werde die Entscheidung des Kartellamtes respektieren. Das Unternehmen bliebe aber bei seiner Meinung, dass die Bestpreisklausel für die Hotels Vorteile biete. Etliche Hotelbetreiber würden deshalb daran festhalten.

Quelle: Die Welt Online

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