Pressebereich Hotel Grand Elysee Hamburg

21.12.2013

Internetportal HRS darf Hotels nicht mehr die Preise diktieren

Berliner Morgenpost 21.12.13. Internetportal HRS darf Hotels nicht mehr die Preise diktieren. Das Bundeskartellamt hat die sogenannte Bestpreisklausel des Online-Hotelbuchungsportals HRS untersagt.

Das Unternehmen muss die umstrittene Klausel bis zum 1. März 2014 aus den Verträgen und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen entfernen. Dies gilt für Hotels in Deutschland. "Letztlich verhindern die Klauseln, dass an anderer Stelle niedrigere Hotelpreise angeboten werden können", sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt. Die Bestpreisklauseln bei Buchungsportalen im Internet beeinträchtigten den Wettbewerb zwischen bestehenden Portalen. Zudem werde der Marktzutritt neuer Anbieter im Internet erheblich erschwert, weil sie wegen der Klausel Hotelzimmer nicht günstiger anbieten könnten. "Deshalb haben wir auch Verfahren wegen vergleichbarer Bestpreisklauseln in Hotelverträgen gegen die Hotelportale Booking und Expedia eingeleitet", sagte Mundt weiter. Diese beiden Anbieter haben in ihren Verträgen mit Hotels ähnliche Bestpreisklauseln festgeschrieben wie HRS. Besonders intensiv war der Hotelier Eugen Block, dem in Hamburg das Elysée Hotel gehört, gegen die Klauseln vorgegangen. "Das ist das lange erwartete Weihnachtsgeschenk. Buchungsportale können und werden in dieser heutigen Form nicht weiter bestehen bleiben", sagte Block. Die Buchungsportale mit der Bestpreisgarantie sei eine Fehlentwicklung im Internet gewesen. HRS hatte in Verträgen die Hotelbetreiber verpflichtet, in jedem Fall auch über das Internetportal den jeweils niedrigsten Zimmerpreis anzubieten. Ebenfalls gehörte die Pflicht dazu, eine höchstmögliche Verfügbarkeit der Zimmer und die jeweils günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen über HRS möglich zu machen. Zudem darf das Hotel den Gästen selbst dann keine besseren Konditionen anbieten, wenn die Hotelbesucher direkt an der Rezeption ein Zimmer buchen. Der Internetanbieter HRS kündigte an, die Entscheidung zu respektieren. Das Unternehmen bleibe aber der Meinung, dass die Bestpreisklausel für die Hotels Vorteile biete. Etliche Hotelbetreiber würden deshalb daran festhalten.

Prüfung des Rankings
Ganz anders bewertet der Branchenverband des Hotelgewerbes die Entscheidung. "Diese umfassende Untersagung von Meistbegünstigungsklauseln begrüßen wir außerordentlich. Sie kann zu dem erhofften Befreiungsschlag für die Hoteliers in Deutschland im Onlinevertrieb führen", sagte Markus Luthe, der Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland. "Meistbegünstigungsklauseln behindern grundsätzlich den Wettbewerb", sagte Cheflobbyist Luthe. Jetzt komme es darauf an, dass keine "Schlupflöcher verbleiben, diese Praktiken auf rein freiwilliger Basis" weiterhin anzuwenden. Dazu müsse das Kartellamt auch die intransparenten Kriterien für das Ranking der Buchungsportale untersuchen.

Der Internetanbieter HRS kann gegen den Beschluss des Kartellamtes eine Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen. Ebenso kann das Unternehmen einstweiligen Rechtsschutz gegen die sofortige Vollziehbarkeit beantragen – und den Vollzug damit aussetzen lassen.

Quelle: Berliner Morgenpost

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